Mittwoch Jul 23

Tricks & Tipps: Das Objektiv

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objektiv_g1_2Die Wahl des Objektivs und die damit verbundene Preisklasse bestimmen Qualität und Leistung der möglichen Abbildung einer Aufnahme. Dabei ist die Auswahl der Objektive unheimlich vielfältig und erscheint häufig unübersichtlich, besonders weil das nötige Hintergrundwissen fehlt. Hier sollen im Folgenden die wichtigsten technischen Einzelheiten Aufschluss über die richtige Wahl des Objektivs geben.

 

Was ist eigentlich ein Objektiv?

Das Objektiv hat die Aufgabe ein Bild zu projizieren, das seitenverkehrt auf dem Kopf stehend auf Film oder Bildsensor dargestellt wird. Dies geschieht durch in das Objektiv eingefasste Linsen (Frontlinse, Rücklinse, verschiebbare Linsengruppen, Blendenlamellen, u.a.). Von diesen aus Glas hergestellten Präzisionsteilen können mehr als 15 in einem Objektiv Platz finden.


BRENNWEITE
Häufig ist von Veränderung der Brennweite die Rede. Viele Nutzer wissen aber überhaupt nicht was sich dahinter verbirgt. Im Grunde ist die Bedeutung im Wort schon enthalten. Demnach geht es um die Entfernung der Linse, die das Licht zum Entzünden eines Gegenstandes bringt. Wir kennen dies von den ersten physikalischen Erfahrungen aus der Kindheit im Experimentieren mit der Lupe, mithilfe derer ein Blatt Papier entzündet werden kann. Je nach Beschaffenheit des Lupenglases (der Linse), Abstand und Winkel, wird das Sonnenlicht auf einen kleinen Punkt gebündelt und erzeugt Hitze und das Blatt Papier entzündet sich. Hier liegt die ethymologische Herkunft der Brennweite.
Die Brennweite des Objektivs ist als eine Größe zu verstehen, die mit dem Bildwinkel einhergeht.

Ein großer Bildwinkel bedeutet eine kurze Brennweite, demnach wird ein Bildausschnitt verkleinert. Bezeichnung des Objektivs: Weitwinkelobjektiv.
Ein kleiner Bildwinkel bedeutet eine große Brennweite, demnach wird eine Bildausschnitt vergrößert. Bezeichnung des Objektivs: Teleobjektiv

 

 

Gemessen wird die Brennweite in mm.

Alle zu 1. zugerechneten Objektive haben eine Brennweite von < 50mm (14,15,16,17,18,20,24,28,35,45)

Alle zu 2. zugerechneten Objektive haben eine Brennweite von > 50mm (85, 90, 100, 135, 200, 300, 500)

 

Objektive die eine Brennweite von 50mm haben, kommen dem menschlichen Auge, wie es Objekte wahrnimmt, ungefähr gleich. Deswegen bezeichnet man dieses als Normalobjektiv

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objektiv_g4_2Zoomobjektive haben sich erst in letzter Zeit durchgesetzt und ersetzen durch ihre Variabilität eine große Anzahl von Objektiven. Bspw. gibt es Zoomobjektive, die eine Brennweite von 28-500mm anbieten.

Im Inneren des Zoomobjektivs werden in einem raffinierten Mechanismus die Linsen gruppiert und verschoben. Das ist notwendig, da sowohl die Brennweite, als auch die Entfernungseinstellung verändert werden.


Die Kompaktdigitalkameras hingegen, haben ein eingebautes Objektiv, zumeist mit einer digitalen Zoomfunktion, welche eine stufenlose Auswahl der Brennweite anbietet; bessere integrieren einen zusätzlich auswählbaren, einfachen optischen Zoom.

Der digitale Zoom geht über die optische Leistung des Objektivs hinaus, was Qualitätseinbußen zufolge hat, da bei der längsten Brennweiteneinstellung der mittlere Bildausschnitt einfach vergrößert wird. Die Qualitätsminderung drückt sich in Bildunschärfe, groben Pixeln und Verwackeln aus.


SPEZIALOBJEKTIVE

Desweitern gibt es eine Reihe Spezialobjektive. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Makro-Objektive: Diese Objektive wurden für Nahaufnahmen konzipiert.
Superteleobjektiv: Eignen sich besonders für Sportfotografie. Sie arbeiten mit einer langen Brennweite und hoher Lichtstärke.
Super/Ultraweitwinkelobjektiv: Diese Objektive werden ab einem Winkel über 80° so bezeichnet und werden häufig in der Landschafts und Kunstfotografie eingesetzt.
Fischauge-Objektive: Bezeichnen eine Brennweite unter 16 mm abwärts (ab 16 mm erfasst es die diagonalen Ecken in einem Winkel von 180°, was einen starken Verzerrungseffekt zur Folge hat)